Dupuytren'sche Kontraktur

Diese Erkrankung ist charakterisiert durch langsam zunehmende, gutartige Knoten und Stränge in der Hohlhand (Palmarfaszie) und an den Greifflächen der Finger. Am häufigsten tritt diese Bindegewebserkrankung bei 50- bis 60-Jährigen und 7-9 mal häufiger bei Männern, als bei Frauen auf. Die Ursachen sind bis heute unklar. Sicher ist jedoch, dass die Dupuytren’sche Kontraktur vererbt werden kann (genetische Disposition). Europäer (am meisten Schotten und Iren) leiden häufiger darunter als Asiaten (Hueston 1987, Rafter et al. 1980). Am häufigsten betroffen ist der Ringfingerstrahl, gefolgt vom Kleinfingerstrahl (Euler 1994). Dort entstehen die knotigen Stränge durch Ablagerungen in der Palmarfaszie. Das ist eine „Schutzhaut“ unter unserer äußeren Hohlhandhaut, die die Sehnen und Gefäß-Nervenbündel bei festem Zugriff in spitze Gegenstände vor Verletzungen schützt. Die bindegewebigen Ablagerungen enthalten wenige Muskelfasern, die dazu führen, dass die Stränge sich immer weiter zusammenziehen und so die betroffenen Finger in Beugung ziehen. Das vollständige Strecken wird im Verlauf der Erkrankung immer weiter eingeschränkt. Die Beugesehnen sind von dieser Erkrankung nicht betroffen.

Operation bei Dupuytren'scher Kontraktur

Diese wird ambulant in Vollnarkose oder Plexusanästhesie (Betäubung des Armes über die Achselhöhle) und Blutleere des Armes durchgeführt. Ein Aufenthalt in der Klinik über Nacht ist meist nicht notwendig, kann aber auf Wunsch eingeplant werden.

Bei der Entfernung der Stränge werden über Schnitte überwiegend in den Hautfalten der Hohlhand zuerst die für die Durchblutung und Sensibilität wichtigen Strukturen dargestellt (siehe Zeichnung). Da diese sehr fein sind, geschieht dies unter dem Mikroskop oder einer Lupenbrille. Erst wenn die Gefäße und Nerven identifiziert und freigelegt sind, werden die krankhaften Stränge entfernt. Dies muss sehr radikal geschehen, um ein Rezidiv (Wiederentstehen) der Stränge zu vermeiden.

Nachsorge / postoperative Betreuung

Eine Schiene wird für ca. 5-7 Tage angelegt, das Nahtmaterial nach 14 Tagen entfernt. Die Hand ist nach ca. 3-4 Wochen wieder vollständig einsetzbar. Festes Zugreifen kann eventuell noch schmerzen, da die Narbenverhärtung erst nach ca. 2-3 Monaten abklingt.

Referenzen

1. Hueston J. Dupuytren’s contracture and occupation. J Hand Surg [Am]. 1987;12(5 Pt 1):657-658.

2. Rafter D, Kenny R, Gilmore M, Walsh C. Dupuytren’s contracture–a survey of a hospital population. Ir Med J. 1980;73(6):227-228.

3. Euler E, Wilhelm K, Kreusser T. Refinements of plastic surgery in relapsing Dupuytren’s disease: incisions, flaps, treatment of perfusion disorders, physiotherapy and splinting. In: Berger A, Delbrück A, Brenner P, Hinzmann R (eds) Dupuytren’s disease. Berlin, Heidelberg, New York: Springer; 1994.

Übersicht

OP
ca. 30-60 Min. in Vollnarkose oder Armbetäubung

Aufenthalt
ambulant, auf Wunsch stationär

Nachsorge
Nahtentfernung nach 14 Tagen
Ruhigstellung in Schiene für 5-7 Tage
Operateur jederzeit tel. erreichbar

Gesellschaftsfähig
mit Schiene nach ca. 3 Tagen

Schnittführung (rot)
Dupuytrensche Kontraktur
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